So startest du erfolgreich neue Kooperationen (die auch von Dauer sind)

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Vladislav Melnik hat es in einem kürzlich erschienen Blog Post selbst auf den Punkt gebracht:

In der deutschen Blogosphäre kümmert sich jeder nur um sich.

Aber wie kommt es, dann jeder nur auf seine eigenen Projekte schaut, obwohl man weiß, dass man im Verbund stärker ist? Während meines WU Studiums (meine Diplomarbeit zum Thema „Management von Kooperationen: 5 Phasen, die Unternehmen durch ein starkes Netzwerk erfolgreich machen.“ ist übrigens im Akademikerverlag publiziert worden) wandelte sich die Bezeichnung anderer Marktteilnehmer quasi mit jedem Semester. Zu Beginn war noch (ganz offen) von der „Konkurrenz“ die Rede. Später hörte ich plötzlich meine Professoren von „Mitbewerbern“ reden und gegen Ende meines Studiums sprachen sie alle nur noch vom „Marktbegleiter“.

Wie viel Euphemismus ist denn noch notwendig um jungen Unternehmern klar zu machen, dass man gemeinsam mehr erreichen kann?

Aber es war nicht immer alles so locker und freundschaftlich. Auch nicht im WWW. Im deutschen Sprachraum herrscht nach wie vor deutlich mehr Reserviertheit und auch Angst, seine eigenen “Geheimnisse” Preis zu geben (und nichts dafür zurück zu bekommen). Wieso sollten man denn auch jemand Fremdem etwas geben, ohne etwas zurück zu bekommen?

Aber der Wandel kommt – wie so oft – aus Amerika zu uns: Wir erkennen, dass zusammen zu wachsen schlussendlich für alle von Vorteil ist. Und so überrascht es nicht, dass amerikanische Profi-Blogger (selbst wenn es sich um sehr erfolgreiche und bekannte Seiten handelt) meist persönlich und sehr schnell auf all die Anfragen ihrer Leserinnen und Leser reagieren. Und dabei machen sie keinen Hehl aus ihren “Geheimnissen”.

Vielleicht glaubst du ja auch an “Business Karma” und, dass alles was man gibt, auch zu einem zurück kommt?

Was eine Kooperation bringt

 

Warum sich aber überhaupt die Mühe machen, mit anderen eine Partnerschaft aufzubauen? Das ist ja auch mit Aufwand verbunden…

Wo die Großen fusionieren, da müssen die Kleinen kooperieren.

(Quelle: Peter Flocken et al., Erfolgreich im Verbund – Die Praxis des Netzwerkmanagements)

Ziel des Netzwerkzusammenschlusses ist die Steigerung der gemeinsamen Wettbewerbsfähigkeit, erreicht durch Zusammenschluss von Ressourcen. Zu den Zielen gehören u.a.:

  • neue Zielgruppen erschließen
  • targetierter Traffic
  • positiver Image Transfer
  • Think-Tanks und Mastermind Gruppen für Wissenstransfer

In erster Linie geht es vielen Bloggern und Online-Marketern, die Kooperationen suchen, um die Ausweitung ihrer eigenen Reichweite. Einen Gastartikel zu schreiben (vor allem in einem besser besuchten Blog als dem eigenen) bietet die Chance, neue Leser zu erreichen, die sich auch für die eigenen Themen interessieren. Deswegen wird hier oft ein Artikeltausch vollzogen. Auch ein einfaches Backlinking im Rahmen der SEO Strategie (z.B. in der Blogroll) kann sinnvoll sein.

Was ich viel interessanter finde, ist jedoch der Effekt auf das Selbstmarketing: Wenn sich zwei gute Blogger gegenseitig empfehlen, findet aus Perspektive der Leser ein “positiver Imagetransfer” statt. 

Das bedeutet, dass Sie auch nach Außen hin zeigen, offen für Neues zu sein und auch andere Sichtweisen zuzulassen. Zudem können Sie so glaubhafter auch Themen anschneiden, die sonst nicht direkt zu Ihren Themenschwerpunkten passen.

Lass uns Freunde sein!

 

Spielerisch neue Freunde zu finden, war als Kind ganz einfach. Warum fällt es uns heute schwieriger, auf Fremde zuzugehen und einfach “Hallo” zu sagen?

Wir müssen uns klar machen, dass die Grenzen die wir hier sehen, nur in unserem Kopf existieren. Häufig kommt uns der limitierende Glaubenssatz “Fremde ansprechen macht man nicht” in die Quere. Ein typisches Beispiel für die soziale Programmierung und wie Sie uns vom eigenen Erfolg abhalten kann.

Die Wahrheit aber ist: Heute ist es einfacher denn je, denn gerade im Web gibt es keine Fremden.

Diese Erkenntnis solltest du nutzen, um neue Kooperationen aufzubauen. Vielleicht auch mit einem Blogger, von dem man denkt, er würde sich niemals für die eigenen Artikel interessieren. Meine Empfehlung: Ganz oben anzufangen bei den Top-Seiten und sich erst dann nach unten vorzuarbeiten. Wenn keine Antwort kommt: nicht verzweifeln, dann ist die Zeit noch nicht reif dafür. Einfach in ein paar Monaten wieder versuchen, nachdem man bei einigen kleineren Seiten für genug “Buzz” gesorgt hat.

So funktioniert’s

 

Um dir zu zeigen, wie leicht es ist, möchte ich ein Beispiel aus der Praxis bringen. EOM ist nun vor bald zwei Monaten gestartet (und dieser Event wird deshalb auch am kommenden Montag gefeiert… du darfst gespannt sein!)

Ich habe nun schon eine ganz ansehnliche Reichweite erreicht und deshalb begonnen, alte Bekannte und neue Gesichter in der Nische meines Blog (in diesem Fall also Online Marketing) anzuschreiben.

Wie sollte man so eine E-Mail aufbauen? Ich empfehle dir, dich kurz zu halten und ehrlich zu erwähnen, dass dir der andere Blog gut gefällt. Wenn das nicht der Fall ist, solltest du auch keine Kooperation anstreben (das wäre dann ein negativer Imagetransfer).

Du kannst dich auch auf einen speziellen Artikel beziehen, um zu zeigen, du nicht einfach nur eine Massen-E-Mail aussendest. Zeige dem anderen auf eine unverbindliche Art und Weise, dass man den gewünschten Partner auf Augenhöhe schätzt.

Dann bieten etwas an, das für deinen Partner von hohem Interesse ist. Das kann z.B. richtig guter Content speziell für die Zielgruppe des gewünschten Blogs sein, den du bereits vorab geschrieben hast. Oder es handelt sich um ein Interview, das du mit dir selbst geführt hast.

Denn sind wir ehrlich: viele Blogger sind faul und freuen sich aufrichtig, wenn sie qualitativ hochwertigen Inhalt angeboten bekommen. Dabei sollte man darauf achten, dass der Artikel für die Zielgruppe des Kooperationspartners ansprechend gestaltet ist.

Ich nutze die folgende eMail, um neue Kontakte anzuschreiben:


Betreff: Kooperation

Hallo (Name des gewünschten Kooperationspartners),

dein Blog gefällt mir sehr gut. Ganz besonders der Artikel (Artikel-URL) hat es mir angetan. Ich erkenne mich hier wieder – anscheinend haben wir ähnliche Ansätze. Schau mal hier: (Artikel-URL eines von dir passenden Artikels).

Hättest du Interesse bei mir im Blog auf (deine Blog-URL) einen Gastartikel zu veröffentlichen? Oder, dass ich einen bei dir publiziere?

Alles Liebe,
Benedikt Ahlfeld“


 

Du siehst also, es braucht nicht viel außer einen Partner, der offen für Neues ist und einen Mehrwert in deinem Angebot erkennt. Insofern sollten wir nicht enttäuscht sein, dass nicht alle Anfragen wie diese beantwortet werden, jedoch jede Dritte bei mir zu einer Kooperation führt.

Demzufolge sollten wir vielleicht wieder mehr „Kind“ sein und einfach drauf los auf jemanden zugehen und sagen: “Hallo! Wollen wir Freunde sein?”

In diesem Sinne bedanke ich mich auch ganz herzlich bei meinen neuen Kooperationspartnern die du bald auf EOM kennen lernen wirst – und natürlich auch jenen, die schon einen Artikel hier veröffentlicht haben. Sie alle zeigen damit auch (bewusst oder unbewusst), dass sie an die positive Wirkung von Business Karma glauben. Denn:

Karma is what karma does.

Alles Liebe,

Benedikt

 

(Dieser Artikel erschien ursprünglich auf blatternet.de)

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8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Netter Artikel. Finde den Top-Down-Ansatz gut und absolut sinnvoll. Bei Zeiten werde ich auch eine Liste mit Blogs/ Autoren erstellen, die in meiner Nische sind und diese der Reihe nach kontaktieren. Dein Weg ist sicher der einfachste und funktioniert auch schon in vielen Fällen. Wenn man aber etwas weiter gehen möchte, würde ich empfehlen dem Empfänger etwas Mehrwert zu bieten (z.B. auf einen fehlerhaften Link hinweisen, oder so etwas in der Richtung, oder ein persönlich störendes Element am Blog, etc.) Ich glaube, das würde noch etwas besser helfen. Wie überall gilt natürlich einfach testen und machen! Fragen kostet nichts.

    1. Hallo Martin, ja ich mag Effizienz. Manche finden das evtl. zu unpersönlich. Meine Erfahrung ist aber eher, dass grade die größeren Blogger und bekannte Persönlichkeiten positiv auf diesen Ansatz reagieren. Ich selbst erhalte manchmal „Hinweise“ auf „Fehler“ in meinen Artikeln und nehme das dann manchmal, wenn das „Feedback“ nur als subjektive Meinung mit Fokus aufs Negative daherkommt, nicht unbedingt als konstruktiv wahr sondern eventuell nur als Versuch „irgendwas“ zu finden. Ich würde also eher (wie schon im Artikel geschrieben) etwas Positives hervorheben anstatt etwas Negatives kritisieren.

    1. Hallo Sebastian, Kooperationen sind natürlich eine wichtige Sache beim Blog Aufbau. Aber immer dran denken, dass es vor allem um neue Leser gehen sollte und nicht nur die Kooperationspartner untereinander kommentieren und liken 😉

  2. Ich habe schon mehrere Gastartikel auf meinem Blog und auch so eine gute Zusammenarbeit mit einigen anderen Blogs, d. h. sich gegenseitig die Artikel kommentieren und auf Facebook teilen. Das hat mir schon einige neue Leserinnen gebracht. Auch den Tipp von Martin, auf einen Fehler aufmerksam machen, habe ich schon praktiziert – mit gutem Erfolg. Nur mit dem schreiben für andere Blogs bin ich noch nicht so weit vorwärts gekommen, obwohl ich einige Angebot habe. Aber das werde ich jetzt in Angriff nehmen. Ich bin auch der Meinung, dass es gemeinsam einfach besser geht.
    Vielen Dank für deinen tollen Artikel
    liebe Grüße, Barbara

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