Vom Blogger zum Experten: das 1×1 der erfolgreichen Markt-Positionierung

positionierung

Gastartikel von Anchu Kögl.

Ich möchte eines von vorne herein klar stellen: ich bin kein Online-Marketing-Guru. Jedoch habe ich mit meinem Blog innerhalb von einem Jahr selbstständig gemacht und kann seitdem von den Einnahmen leben.

Der wohl häufigste Fehler, den viele neue Blogger begehen und den auch ich am Anfang begangen habe, ist, sich nicht auf eine konkrete Nische festzulegen. Ich weiß, du hast unheimlich viele Interessen und am liebsten würdest du über alles ein bisschen schreiben. Doch gerade am Anfang ruiniert das deine Chancen, dass dein Online Business durchstartet. Lass mich erklären, warum das so ist.

Es geht nicht um breite, sondern um Tiefe

 

Das was Artikel lesenswert macht, ist häufig die Tiefe. Wenn du beim Lesen einen „Aha-Effekt“ hast oder wenn du etwas erfährst, was du so noch nicht wusstest. Es geht nicht darum, dass du über 10 verschiedene Bereiche schreibst, sondern über ein ganz bestimmtes Thema besonders gut – tiefe eben.

Doch diese Tiefe erreichst du meistens nur, wenn du dich wirklich viel mit der Materie auseinandersetzt, also viel darüber schreibst. Schreibst du hingegen über viele verschiedene Themen, ist es schwer, dass du diese Tiefe erreichst. Dann wirst du der sein, der von allem ein bisschen weiß aber nichts so richtig. Für ein erfolgreiches Business, reicht das aber meistens nicht.

Damit dein Blog abhebt, musst du zu dem Experten in deiner Nische werden. Deine Leser sollten ein bestimmtes Thema sofort mit dir verbinden. Wenn ich zum Beispiel an das Thema Online Marketing denke, fällt mir zum einen Benedikt von EOM selbst ein und zum anderen Vladislav vom affenblog.de. Beide haben ihre Nische, beides sind Experten. Genau zu so einem Experten willst du werden.

Ich weiß, dass kann am Anfang schwer sein, weil du über alles schreiben willst. Auch mir ging es so. Aber bitte lass es. Sobald du als Experte in deinem Bereich angesehen wirst, kannst du anfangen, deine Thematik wieder auszubreiten. Doch dann geht es aber nicht auf Kosten der Tiefe, sondern dann schreibst du breit und tief. Einige sehr erfolgreiche Blogger schreiben über verschiedene Themen und auch bei mir ist das mittlerweile der Fall. Doch sie alle haben, genauso wie ich, mit einem einzigen Thema angefangen und sind in ihrer Nische zum Experten aufgestiegen.

 

Wie du deine Nische findest

 

Hast du dich auf ein Thema für deinen Blog festgelegt, gilt es, innerhalb dieses Bereichs eine Nische zu finden. Also sozusagen die Nische in der Nische. Den erst dadurch setzt du dich von der Konkurrenz wirklich ab.

Zu aller erst machst du dir hierfür eine Liste und trägst alle Konkurrenten ein. (Nach einiger Zeit versteht man, dass es in der online Welt keine Konkurrenten gibt, sondern nur Partner – doch das ist ein anderes Thema.)

Hast du eine Liste mit anderen Blogs zu deinem Thema zusammengestellt, gilt es jetzt, Differenzierungsmerkmale zu erkennen. Das heißt, anhand was für Kriterien können die Leser die verschiedenen Blogs unterschieden? Hier sind einige Beispiele:

  • Persönlich vs unpersönlich geschrieben
  • Autor vs Coachingangebot
  • „Guru“ vs „ich-bin-wie-du-und-kann-dir-weiterhelfen“
  • Einzelblogger vs Team von Bloggern
  • Designmerkmale
  • Entertainment vs Bildung/Selbsthilfe/Weiterentwicklung
  • High end vs günstig

Schreibe dir alle Merkmale auf, von denen du glaubst, die der Leser wahrnimmt. Dann suche dir zwei Merkmale aus, die deiner Meinung nach die entscheidendsten sind. Hast du die zwei Merkmale, trage sie auf einer X-Achse und Y-Achse ein. Hier ein Beispiel:

Digramm 1

 

Dann gilt es, deine Konkurrenz anhand dieser beiden Merkmale zu positionieren. Damit du es besser verstehst, erkläre ich es dir anhand meiner eigenen Seite. Als ich meinem Blog angefangen habe, habe ich über das Thema Dating geschrieben. Die zwei Merkmale, anhand von denen die Leser die Seiten am meisten unterscheiden würden, waren meiner Meinung nach folgende:

  1. Persönlich geschrieben vs unpersönlich geschrieben
  2. Autor vs Coaching

Hast du zwei Unterscheidungsmerkmale, gilt es, die Konkurrenz auf dem Diagramm zu positionieren. Mir ist damals aufgefallen, dass es keinen gab, der einen guten Blog hatte (oder Autor war) und persönlich schrieb.

Alle schrieben entweder unter einen Pseudonym und ohne Foto oder waren Trainer – wollten also vor allem Coachings verkaufen. Dadurch war im Bereich Dating meine Nische klar: Ich positionierte mich als Autor/Blogger, der offen, persönlich und mit echter Identität schreibt.

Digramm 2

Damit hatte ich damals im Bereich Dating meine Nische gefunden und war somit außer Konkurrenz, obwohl der Bereich doch relativ hart umkämpft ist. Ich hatte eine Nische in der Nische.

Wie gesagt, mittlerweile schreibe ich wieder breiter (doch nicht auf Kosten der Tiefe) und ich werde in Zukunft mein Themengebiet wahrscheinlich noch weiter ausbreiten. Aber angefangen habe ich in der Nische der Nische.

Ich möchte dir noch ein weiteres Beispiel zum Marktpositionierung geben. Nehmen wir an, du hast einen Reiseblog oder möchtest einen schreiben. Hier ist ein Liste mit Eigenschaften, anhand deren ein Leser die verschieden Reiseblogs unterscheiden könnte:

  • Backpacking/Abenteuerreisen vs „normales“ Reisen
  • Reiseblog vs Digitaler Nomaden Blog
  • Männlicher Blogger vs Weiblicher Blogger
  • Low-Budget Reisen vs High-end Reisen
  • Purer reiseblog vs Reiseblog + persönliches Wachstum durch das Reisen (wie zum Beispiel dieser bekannte Reiseblog)
  • Viel Text und wenig Bilder vs Viele Bilder und wenig Text
  • Hobbyblogger vs Professioneller Reiseblogger.
  • Geht der Blog auf ein bestimmten Aspekt bei den Reisen ein (Sicherheit, Essen, Kultur, Kosten)?
  • Unterhaltungsblog (Der Blogger schreibt vor alle darüber, wo er war und erzählt Geschichten) vs Tipps und Ratschläge (Der Blogger gibt vor allem nützliche Tipps für das Reiseziel)

Das sind nur einige Kriterien. Aber ich denke, du bekommst ein Gefühl dafür, was die Kriterien sein können. Hast du eine Liste mit den wichtigsten Kriterien, gilt es zwei Auszusuchen. Das ist nicht immer einfach und kann auch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund habe ich damals drei verschiedene X-Y-Diagramme gemacht, bist ich mich letztendlich für eines entschieden habe.

Lasse dir bei der Marktpositionierung Zeit und mache sie gründlich. Denn desto besser du dich positioniert, desto größere Chancen hast du, mit deinem Online Business wirklich erfolgreich zu werden.

Zusammenfassung

 

  • Beschränke dein Themengebiet auf eine Nische
  • Mache eine Liste der „Konkurrenz“
  • Mache eine Liste der Unterscheidungsmerkmale
  • Trage deine Konkurrenz in dein Diagramm mit den beiden wichtigsten Unterscheidungskriterien ein.
  • Positioniere dich dort, wo noch kein andere ist.

Ich hoffe, dieser Artikel hilft dir, dein Business effektiver zu starten. Falls du Fragen hast, hinterlasse ein Kommentar. Ben und ich werde dir so gut wie möglich antworten.

Gastartikel von Anchu Kögl. Mehr Infos auf www.anchukoegl.com

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12 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hi Anchu

    Ich muss sagen du hast mich positiv überrascht. Ich dachte anfangs du würdest über die Wichtigkeit einer Nische referieren und wie so viele darüber schreiben. Doch dein Ansatz war für mich erfrischend neu und hat mir einen guten Denkanstoss gegeben. 😉
    Ich kann mir gut vorstellen, deine Methode anzuwenden wenn ich bereits eine Nische in Auge gefasst habe. Mit deiner Methode kann ich dann herausfinden wie ich mich dann positioniere und von den anderen Blogs abhebe.

    Herzlichen Dank
    Markus

    1. Hi Markus,
      das freut mich zu hören.
      Ja, auch ich habe damals die Methode erst nachdem ich schon eine Nische hatte angewendet. Jedesmal wenn man sich neu positionieren will, kann man sie erneut anwenden um zu sehen, wie man sich am besten abhebt.
      LG

  2. Interessanter Artikel, als Konkurrenz würde ich andere Blogger niemals betrachten. Ich finde das ist der größte Fehler den man machen kann. Trotzdem finde ich die Ansicht mit dem Diagramm sehr gut, man muss sich schließlich individuell zeigen 🙂

    Grüße
    Vladimir

    1. Hi Vladimir,
      ich gebe dir recht. Ich schreibe ja auch im Artikel, dass man als Blogger früher oder später merkt, dass es keine Konkurrenz sondern nur potenzielle Partner gibt. Gerade in Deutschland sind wir Blogger bzgl Links und Social Media da noch ein bisschen egoistisch eingestellt, auch wenn sich das, finde ich, langsam ändert!
      LG

  3. Da kam vor einem halben Jahr auf einmal dieser Anchu daher und erzählt mir in Berlin auf dem Tempelhofer Feld was von Online-Marketing. Nach den ersten 5 Minuten dachte ich nur „okay, der kennt sich ja wirklich richtig gut aus!“. Bei diesem Artikel musste ich irgendwie daran zurückdenken! 🙂

    Weiter so, hilft richtig gut weiter!

    LG, Nils

  4. Hi Anschu,
    vielen Dank für diesen tollen Artikel! Ich stehe gerade ganz am Anfang, was den Aufbau eines Blogs betrifft und habe mich sehr über diese Entdeckung in Sachen Positionierung gefreut. Werde ich noch heute für mich ausprobieren, um danach hoffentlich ein bisschen näher an meine eigene Nische herangerückt zu sein.
    Viele Grüße
    Christine

  5. Moin Anchu,

    ich kann nur alles unterschreiben. Die Positionierung ist glaube ich wirklich die meistunterschätzte Aufgabe beim Start eines jeden Projektes, wo man was verkaufen will. Egal ob nun Artikel oder richtige Produkte gegen Geld.

    Der Artikel ist echt hilfreich und gibt da ein paar schöne Anregungen. Was ich noch ergänzen möchte, was wir auch machen: Die Arten des Content, der bereitgestellt wird.

    Das passt irgendwie schon in ein paar der anderen Kategorien, aber wirklich sowas wie: Machen die anderen Videos, Podcasts oder nur Blogartikel?

    Darüber liefert man natürlich auch tiefere Facetten von Persönlichkeit und kann sich so ganz offensichtlich abgrenzen in einer Nische, wo die Themen vielleicht vergleichbar sind.

    Und oft braucht es auch ein wenig Zeit, um wirklich zu merken – wer bin ich eigentlich? Persönlichkeit ist automatisch immer einzigartig. Und wenn man die online rüberbringen kann, dann ist das schon ein großer Schritt richtig Positionierung.

    Schöne Ostern dir!

    Dennis

  6. Hallo Anchu,

    vielen Dank für diesen Artikel. Habe auch erst lernen müssen, dass es eigentlich keine Konkurrenz gibt, sondern nur Menschen bzw. Firmen, die ebenfalls in meiner Nische arbeiten. Weiters finde ich es hilfreich auch einen Vergleich zu haben, wie wird von einer anderen Firma das Produkt oder Dienstleistung angeboten. Was gefällt mir dabei? Was kann ich verbessern? Was würde meine Kunden noch mehr bewegen bei mir zu kaufen?

    Liebe Grüße 🙂

  7. Hey Anchu
    ja das hilft mir weiter.
    Ich kann sogar sofort zustimmen, denn intuitiv habe ich das sowieso schon gemacht. Ich lese mich gerade auf Beziehungsblogs ein, die es schon gibt und finde (welch Glück) bisher keinen, der zu ähnlich ist wie meiner!

    was ich mich frage: geht es dabei auch darum, nur eine einzige Position zu beziehen? Also einen Satz rauszuhauen, den man dann immer verfolgt? So wie „Lebe lieber lustig“ oder sowas? Oder ist in der Nische etwas mehr Platz drin?

    liebe Grüße
    Susanne Bregenzer

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