Dropshipping in Deutschland und Österreich

Dropshipping ist im Vergleich zu den anderen Liefermethoden im Bereich E-Commerce vorteilhaft. Vor allem Start-ups profitieren davon, da sie Produkte erst kaufen müssen, nachdem Bestellungen für diese eingegangen ist. Deshalb ist diese Form von Unternehmen sehr gut einschätzbar.

Was genau ist Dropshipping?

Als Dropshipping wird ein Geschäftsmodell im E-Commerce bezeichnet, bei dem ein Händler Produkte verkauft, die er selber nicht einlagern muss. Nachdem Kunden etwas in seinem Shop bestellt haben, bestellt der Händler die Ware beim Hersteller oder Großhändler. Dieser wiederum sendet dann die Produkte unmittelbar zum Kunden.

Das bedeutet, dass der Händler nicht selber mit der Ware in Kontakt kommt und daher auch kein Lager benötigt. Beim Dropshipping übernimmt also der Hersteller oder der Großhändler die Logistik für den Online-Händler. Für den Kunden ist das aber nicht ersichtlich, da auf der Ware lediglich die Adresse des Online-Händlers und sein Logo zu sehen sind.

Der Kunde denkt so, dass der Online-Shop die bestellten Produkte geliefert hat. Deshalb schickt er diese bei einer Reklamation auch wieder an den Online-Händler zurück. In Deutschland und Österreich gibt es die Bezeichnung Streckengeschäft für Dropshipping. In diesem Fall verschickt der Hersteller die Ware an den Online-Händler, ohne dabei den Großhändler einzubeziehen. Letzterer kümmert sich lediglich um den kaufmännischen Bereich und erstellt die Rechnung oder erhält die Zahlungen.

Dropshipping für frisch gebackene Unternehmer

Dropshipping ist insbesondere für dich geeignet, wenn du jetzt mit deinem E-Commerce startest. Doch egal für welches Modell du dich entscheidest, wichtig sind in erster Linie das Vertrauen und die Kommunikation zu und mit Lieferanten. Dieser trägt die Verantwortung für die Qualität der Produkte und den Versand.

Beim Datenaustausch mit ihm, zum Beispiel bei Preisänderungen, Lagerbestand, neuen Produkten und ähnlichen Fakten, dürfen keine Fehler passieren. Dafür gibt es aber mittlerweile bereits Software, die du dazu einsetzen kannst. Darüber hinaus muss der Lieferant dafür sorgen, dass die Logistik reibungslos funktioniert.

Dropshipping – die verschiedenen Arten

Prinzipiell gibt es beim Dropshipping zwei Arten, nämlich das Fulfillment durch das Großhandels- und das Konsignationslager. Beim Großhandelslager kann der Online-Händler potenziell auf das Großhändler-Sortiment zugreifen. Falls der Online-Händler in seinem Shop Produkte anbietet, die aber im Großhändler-Lager nicht mehr bereitstehen, ist er nicht in der Lage, die Bestellung zu versenden.

Beim Konsignationslager ist es so, dass der Großhändler in seinem Lager für den Online-Händler einen Lagerbereich zur Verfügung stellt. Der Bestand wird ihm vorbehalten. Das führt aber auch zu zusätzlichen Kosten oder Abnahmeverpflichtungen. Andererseits ist aber die Warenversorgung garantiert.

Doch es gibt nun auch Modelle in abgeänderter Form. So können Dropshipper die Ware zu günstigen Konditionen aus Asien beziehen. Daher gibt es Produktagenten in China, die Produkte im Auftrag ihrer Kunden auf Plattformen kaufen, die eigentlich nur für Chinesen zugänglich sind. Von diesen haben viele selbst ein Lager für ihre Kunden und führen auch den Versand durch.

Es gibt noch ein anderes Modell. Hier kaufen die Agenten die Produkte in großer Stückzahl und lagern das Fulfillment an ein spezialisiertes Fulfillment-Center aus.

Welche Vorteile bietet das Dropshipping?

Ein nicht von der Hand zu weisender Vorteil ist, dass du kaum Eigenkapital brauchst. Du musst keine Geschäftsräume mieten oder Mitarbeiter einstellen. Des Weiteren brauchst du kein Lager. Außerdem musst du nicht in Vorkasse treten. Du musst zwar Kosten für eine Domain, das Hosting deiner Website, das Programmieren und ähnliche Dinge tragen, allerdings müssen diese Kosten auch bei einer anderen Lösung im Bereich E-Commerce gezahlt werden.

Der E-Commerce mit Dropshipping hat aber noch andere Vorteile, da du auf ein sehr großes Sortiment zahlreicher Hersteller oder Großhändler zugreifen kannst. Du hast zudem die Möglichkeit, die Produkte durch Werbung in den sozialen Netzwerken testen zu lassen. Das Modell Dropshipping hat großes Wachstumspotenzial in relativ kurzer Zeit, da du das Business gut einschätzen kannst.

Gibt es beim Dropshipping auch Nachteile?

Dass beim Dropshipping der Online-Händler kein Lager führen muss, ist zwar ein Vorteil, doch das ist auch mit Nachteilen behaftet. Du selbst erhältst die Ware gar nicht und kannst damit nicht deren Qualität prüfen oder den Versand kontrollieren. Und auch wenn du Muster zum Testen gestellt hast, kennst du nicht die Qualität der einzelnen Artikel.

Kommen die Produkte gar aus China, gehen häufig Warensendungen verloren oder kommen defekt an. Für dich heißt das, du musst Ersatz leisten. Andererseits leidet auch die Kundenzufriedenheit darunter. Hinzu kommen noch die sehr langen Lieferzeiten, wenn die Ware aus Asien kommt.

In der Regel ist es so, dass Online-Händler nicht nur mit einem Großhändler zusammenarbeiten. Das erhöht deinen Verwaltungsaufwand, aber nicht nur diesen. In dieser Konstellation ist es möglich, dass deine Kunden mehr als einen Artikel bei dir kaufen, aber die Pakete von unterschiedlichen Großhändlern kommen. Nicht alle Kunden sind damit einverstanden.

Dennoch sind die Vorteile beim Dropshipping nicht von der Hand zu weisen. Es lohnt sich also, über nachzudenken.

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