5 Social-Media-Übersetzungsfehler, die die meisten Unternehmen machen (& wie man sie vermeiden kann)

Machen wir doch gleich zu Beginn unseres Artikels einmal die Probe auf’s Exempel: Wie würdest du den Terminus Social Media übersetzen? Soziale Medien hat sich als Übersetzung bereits so sehr etabliert, dass es nicht mehr als ‚falsche‘, wörtliche Übersetzung wahrgenommen wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Übersetzungsfehlern. Diese fünf Todsünden begehen die meisten Unternehmen – und so vermeidest du sie.

#1 Automatische Übersetzung ist nicht genug!

Es ist verlockend, denn warum sollte ich nicht von der Übersetzungsfunktion Gebrauch machen, die Facebook mir schließlich vorschlägt? So können User, die eine Sprache nicht beherrschen, den Inhalt schnell erfassen, ohne dass ich mehr Arbeit habe. Oder ich verwende maschinelle Übersetzung, um Inhalte zu übersetzen.

Die Maschinenübersetzung ist tatsächlich besser geworden. Gut ist sie deswegen noch lange nicht, wie diverse, teils gravierende Übersetzungsfehler zeigen. Bevorzugt möchtest du doch, dass deine Nutzer verstehen, was du schreibst, du möchtest niemanden vor den Kopf stoßen und schon gar nicht wegen Terrorverdacht verhaftet werden.

#2 Das bisschen Englisch…

Auch Dilettantismus ist tödlich. Obwohl Englisch als Lingua franca die Sprache des Internets ist, zwingt dich das noch lange nicht dazu, sprachlich unausgereiften englischsprachigen Inhalt zu veröffentlichen. Mal ehrlich, wenig ist schlimmer als englische ‚Inspirational Quotes‘, die vor Fehlern nur so strotzen und eher wie eine Weisheit aus Yodas Mund klingen.  

Warum solltest du nicht Zitate in deiner Muttersprache veröffentlichen? Wenn du dafür eine Übersetzung benötigst, kann ein professionelles Übersetzungsbüro dir weiterhelfen. Solltest du dennoch englische Quellen verwenden (von denen es ja viele gibt), prüfe sie gut und verwende sie nur, wenn Rechtschreibung, Grammatik und Inhalt einwandfrei sind.  

#3 Nutzer aus dem Blick verlieren

Stell dir für die Übersetzung von Inhalten immer die Frage, was deine Nutzer wollen. Einerseits betrifft das Sprache und Konventionen, die es auch im Internet gibt. Förmliche Formulierungen sind meistens fehl am Platz im Internet, das gilt auch für lange Texte, für die man minutenlang nach unten scrollen muss.

Andrerseits beziehen wir uns dabei auch auf die Nutzung der Plattform. Facebook ist absoluter Marktführer in Europa und Nordamerika, schon klar. Doch wer Inhalte für russische oder chinesische User zur Verfügung stellen will, erreicht diese vor allem (und teils ausschließlich) über Netzwerke wie VKontakte (Russland) oder WeChat (China).

#4 Alle Sprachen – eine Plattform

Auf deiner Facebook-Seite oder in deinem Twitter-Account müssen User zwischen Beiträgen auf Englisch, Deutsch, Russisch, Chinesisch, Französisch etc. navigieren? Dann ist es beinahe unmöglich, die eigene Sprache in diesem Sprachengewirr zu entdecken.

Die Geduld der Internetbenutzer ist sehr schnell erschöpft und auch du selbst wirst an deinem unübersichtlichen Account schnell keine Freude mehr haben. Hier gilt es also, sich ein gutes Konzept zurecht zu legen, wie klare Trennlinien zwischen einzelnen Sprachen gezogen werden können.

Das ist zugegebenermaßen auf Social-Media-Plattformen alles andere als einfach. Der sinnvollste Lösungsansatz ist es wohl, verschiedene Seiten bzw. Accounts für die einzelnen Sprachen anzulegen und zu betreuen. Das ist aufwendig, lohnt sich aber, wenn dein Social-Media-Konzept damit so richtig aufgeht.

#5 Hashtags unangetastet lassen/zu viel übersetzen

Hashtags sind von Twitter längst auch zu anderen sozialen Netzwerken migriert und ermöglichen es Nutzern, auf einen Blick alles zu sehen, was unter einem Stichwort zusammengefasst worden ist. Hashtags zu übersetzen und das im schlimmsten Fall auch noch wortwörtlich, ist nicht der richtige Ansatz.

Stattdessen solltest du hier deine Hashtag-Recherche in der Zielsprache ganz von vorne beginnen. Zugegeben: Das ist einigermaßen aufwendig, aber auch vielversprechend. So wirst du zum Beispiel schnell herausfinden, dass viele Hashtags auch dann, wenn der Post in einer anderen Sprache verfasst wurde, Englisch sind und bleiben. Manchmal haben Länder ihre ganz eigenen Hashtag-Trends, denen du folgen kannst. Das Ziel ist es hier, über den Hashtag möglichst sichtbar zu sein und das lohnt sich allemal.

So machst du alles richtig

Fehlerquellen soweit das Auge reicht? Da ist es wichtig, am Ende dieses Artikels darauf einzugehen, wie du alles richtig machen kannst, um dir auf Social-Media-Plattformen einen Namen zu machen und einen (guten) Ruf zu erarbeiten.

Das Stichwort lautet liebevoller Content auch in sozialen Medien und dabei ist in erster Linie die Recherche unabdingbar. Wir gehen davon aus, dass niemand deine Nutzer und deine Märkte so gut kennt wie du. Weißt du auch, was sie online sehen möchten? Sehr gut, dann solltest du ihnen genau das präsentieren und das am besten in einer Sprache, die sie auch wirklich sprechen und verstehen.

Stelle dir dabei bei jedem Post, den du auf Instagram, Facebook & Co. veröffentlichst, folgende Fragen, um Übersetzungsfehler zu vermeiden und multilingual so richtig durchzustarten:

  • Ist dieser Post für Nutzer aller Sprachen relevant?
  • Ist eine Übersetzung notwendig? Wenn ja, investiere in eine professionelle Übersetzung.
  • Ist diese Plattform geeignet, um möglichst viele User meines Marktes anzusprechen?
  • Welche Hashtags sorgen dafür, dass dein Post in der Zielsprache gefunden werden kann? Anhaltspunkt: Wenn du der einzige mit diesem Hashtag bist, solltest du dich nach einem besseren umsehen, der ebenfalls passt.

4-hebel-ebookDir hat der Artikel gefallen?

Dann trag deine beste E-Mail Adresse im Feld unterhalb ein und klicke auf “ICH BIN DABEI” um das kostenlose EOM Startpaket und Updates zu erhalten:


Mit Klick auf den Button stimme ich zu, die Infos und ggf. weiterführendes Material zu erhalten (mehr Infos). Meine Daten sind SSL-gesichert und ich kann meine Zustimmung jederzeit widerrufen.

2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Zitat: „Ist eine Übersetzung notwendig? Wenn ja, investiere in eine professionelle Übersetzung.“
    Das ist meiner Meinung nach der wichtigste Punkt. Nichts nervt mich mehr, als ein Text, der zu 99% passt, man aber trotzdem merkt, das wurde entweder automatisch oder von keinem Muttersprachler übersetzt. Dann lieber gleich in der Muttersprache des Autors lassen und (bei Bedarf) selbst einen (Software-) Übersetzer verwenden.

  2. Ganz schlimm, wenn Unternehmen meinen, selbst zu übersetzen. „Wir haben ja einen Franzosen, soll der übersetzen.“ Und am Ende macht einer, der kein Linguist ist, eine mäßige Übersetzung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.