Backlinks in Gastartikeln – Erfahrungsbericht über einen beschwerlichen Weg

backlinks

Gastartikel von Julian Jänicke. 

Ich möchte mich Euch kurz vorstellen: Als International Business Developer bei einem Startup in Spanien verantworte ich seit vier Monaten das Geschäft im deutschsprachigen Raum. Meine Aufgabe: Mach uns in Deutschland bekannt! Auf die Frage, wie ich das anstellen solle, sagte man mir, dass unser eigenes Online-Tool bei Google gut ranken müsse, damit Kunden, die eine App entwickeln lassen möchten, auf unsere Dienstleistung aufmerksam werden.

Da ich mich vorher noch in keiner Weise mit SEO auseinandergesetzt habe, war ich genauso klug wie vorher. Also fing ich an, im Internet zu recherchieren. Wie kommt man bei Google nach oben? On-Page und Off-Page Optimierung und irgendwelche Algorithmen. Danke! Was ist das? Ehrlich gesagt weiß ich das bis heute nicht genau. Ich habe glücklicherweise Kollegen, die sich um Dinge wie Content Management und internes Linkbuilding kümmern. So besteht meine Aufgabe vor allem darin, andere davon zu überzeugen, unser Produkt zu verlinken. Nur wie?

Bis vor einigen Jahren war dies sehr einfach. Die Position in Suchmaschinen hing maßgeblich von der Anzahl der Backlinks ab, die andere Webseiten von der eigenen Seite platziert haben. Also hat man einfach die Brieftasche gezückt und Unternehmen dafür bezahlt, Links auf fremden Seiten zu platzieren. Google fand dies nicht so toll und inzwischen werden alle abgestraft, die so vorgehen.

Wozu brauche ich Backlinks?

Auch heute sind Backlinks, also eine Verlinkung von einer fremden Webseite auf Deine eigene Seite, ein wichtiger Faktor, um bei Google weit oben in den Ergebnissen zu erscheinen. Heute zählt allerdings nicht mehr Masse vor Klasse. Wenn eine Seite, die thematisch Deiner eigenen sehr nahe ist, Dich verlinkt, dann signalisiert man Google damit, dass der Inhalt in irgendeiner Weise wertvoll für andere sein muss.

Wenn ein paar sehr vertrauenswürdige Seiten Links von Dir online stellen und Dein Content tatsächlich etwas taugt (Du diese Links also nicht einfach eingekauft hast), schaffst Du es kaum noch, nicht gut zu ranken!

Wie bekommt man Backlinks?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht so einfach ist, andere davon zu überzeugen, die eigene Website zu verlinken. Insbesondere Blogger passen selbstverständlich auf, dass sie ihren Lesern nur Dinge präsentieren, die sie selbst gut und sinnvoll finden. Nachdem ich gefühlt 726 Mal abgeblitzt bin, habe ich folgende Regeln für mich selbst aufgestellt:

Sei ehrlich: Der Betreiber einer Website versteht Deine Intention. Es bringt gar nichts, zu versuchen, sich Links zu erschleichen.

  • Biete etwas an: Warum sollten Dich Blogger unterstützen, wenn Du deren Lesern nichts bieten kannst? Gute Zusammenarbeit funktioniert nur, wenn der Autor, der Webseitenbetreiber und vor allem der Leser etwas bekommt.
  • Suche passende Websites: In meinem Fall sind das z.B. Seiten über App Development. Aber es lohnt sich auch, über den Tellerrand zu blicken. Wer fragt Deine Angebote nach? Wer kann davon indirekt profitieren? Für mich kommen beispielsweise auch Blogs für Startups infrage, da Startups oft ab einem gewissen Punkt darüber nachdenken, ob eine eigene App für sie interessant sein könnte.
  •  Achte auf Qualität: Es macht großen Spaß, Blogartikel zu lesen. Ich selbst lese Blogs zu Themen, die mich eigentlich gar nicht so sehr interessieren. Doch wenn jemand gut schreibt und etwas Interessantes zu erzählen hat, haben alle Seiten etwas davon.

Im Allgemeinen kann ich sagen, dass es nicht zielführend ist, als Verkäufer aufzutreten. Man muss schon verdammt gut sein, um einen Blogger davon zu überzeugen, dass er über einen schreibt, weil man selbst das möchte. Viel erfolgversprechender ist es in meinen Augen, anderen anzubieten, dass man selbst für den fremden Blog als Gastautor schreibt und mit den Lesern sein Spezialwissen teilt.

Ich habe z.B. für Design-Blogs über das Design von Apps geschrieben, da ich durch meinen Beruf Spezialwissen besitze, welches für die Leser interessant ist. Das Schöne ist, dass der Webseitenbetreiber einen Artikel veröffentlicht, den er ohne die Kooperation nicht auf seinem Blog hätte. So freut er sich über einen guten Artikel, ich kann meine Seite verlinken und die Leser erfahren Informatives und können selbst entscheiden, ob meine Website für sie von Interesse ist oder eben nicht.

Wo findet man Seiten für Backlinks?

Dieser Schritt war für mich der Schwierigste! Natürlich schafft man es kaum, etwas zu googeln, ohne über einen Blog zu stolpern. Aber Anfänger, wie ich, können kaum erkennen, welcher Blogbetreiber offen für Gastartikel ist und wer davon nichts hören möchte.

Ein guter Anfang kann sein, im eigenen Interessenbereich einfach Fragen bei Google einzugeben und zu schauen, wer dazu etwas geschrieben hat. So findet man oft interessante und gute Blogs, weil diese natürlich selbst sehr gut ranken.

Wenn man einen Blog besucht, sieht man oft, dass die Betreiber selbst auf die Möglichkeit eines Gastartikels hinweisen. Wie gesagt ist ein Gastartikel im Normalfall eine Win-win- Situation. Schreibe die Betreiber einfach an und frage nach der Möglichkeit einer Kooperation, auch wenn nicht explizit auf der Website dazu aufgefordert wird. Denke daran, dass Blogbetreiber häufig Anfragen bekommen. Erkläre am besten gleich, worüber Du schreiben kannst und mache Themenvorschläge. So kann Dein Gegenüber schnell einschätzen, ob ihr zusammenpasst. Keine Angst! Blogger sind ein recht freundliches Völkchen – auch wenn einige wenige sehr unhöflich waren. 😉

Eine gute Möglichkeit ist es, in sozialen Netzwerken nach Beiträgen Ausschau zu halten. Oft werden gute Artikel geteilt, wodurch man auf tolle Seiten stoßen kann.

Last but not least sollte man immer vermitteln, dass man gern sein Wissen mit anderen teilt. Selbst bei kleinsten Beiträgen wie Comments in Foren kann man mit seinem Wissen auffallen. Auch so schafft man es, Blogger auf sich aufmerksam zu machen.

Welche Fehler kann man machen?

Meines Erachtens ist es ein riesiger Fehler, wenn man Gastartikel nur wegen des Links schreibt! Ein Artikel auf einem fremden Blog ist ein Entgegenkommen des Bloggers. Wenn er Dir erlaubt, Dich auf seiner Plattform zu verewigen, sollte das schon genügen, um es gern zu machen. Selbstverständlich freut sich jeder, wenn er dadurch Leser auf seine eigene Seite aufmerksam machen kann. Doch dies steht nicht im Vordergrund.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Nur wenn man Spaß daran hat zu schreiben und mit anderen sein Wissen, oder wie in diesem Fall seine Erfahrungen, zu teilen, wird man gute Artikel schreiben können.

Ganz davon abgesehen, dass jeder erfahrene Blogger sofort erkennt, wenn es sich nur um einen Artikel handelt, der irgendwie um einen Link herumgebaut wurde, ist ein solcher Artikel auch keineswegs gute Werbung. Wer es jedoch schafft, dem Publikum etwas zu bieten und die Leser zu begeistern, für den sind Gastartikel auf fremden Blogs ein super Weg, die eigene Reichweite exorbitant zu erhöhen.

Auf jeden Fall sollte man es vermeiden, die Blogs als Werbeplattform zu betrachten. Blogger stecken nicht nur viel Zeit, sondern vor allem viel Herzblut in ihre Blogs. Es kommt sehr häufig respektlos rüber, wenn man fragt, ob sie einen nicht mal schnell bekannt machen können.

Wie geht man am besten vor, wenn man einen Gastartikel schreiben möchte?

Für alle, die gerade ganz am Anfang stehen, möchte ich im Folgenden beschreiben, wie man vorgehen könnte, wenn man einen Gastartikel veröffentlichen lassen möchte:

  1. Schaffe einen Background: Wenn ich jemanden einen Gastartikel anbiete, verweise ich immer auf meinen eigenen Blog. So wird die Qualität deutlich, die von mir zu erwarten ist. Wer keinen eigenen Blog betreibt, muss etwas anderes anbieten können, um zu zeigen, was er drauf hat!
  2. Suche dir einen passenden Blog heraus: Ich habe schon beschrieben, wie die Recherche aussehen kann. Hier gilt ganz klar: Ein passender Blog ist besser als zehn unpassende. Blogger werden Deinen Artikel nur veröffentlichen, wenn thematisch alles passt.
  3. Frage freundlich an: Fast jeder Blogger wird sich über ernstgemeinte, wohlüberlegte und freundliche Anfragen freuen. Einfach eine standardisierte Mail an 150 Adressen zu schicken wird aber vergeudete Zeit bedeuten – auf beiden Seiten.
  4. Mache gute und individuelle Vorschläge: Für den Blogger ist es wichtig, eine kurze Vorstellung Deiner Idee zu bekommen. Doch auch für Dich ist es besser, wenn schon bei der Themenfindung klar wird, dass es nichts wird. So sparst Du Dir die Zeit, einen Artikel zu schreiben, der dann nicht veröffentlicht wird.
  5. Schreibe einen guten Artikel: Wenn es darum geht, den eigentlichen Artikel zu schreiben, kommt es auf die bestmögliche Qualität an. Jeder wird sich Mühe geben, der einen Blog betreibt. Aber für mich persönlich gehört es zum guten Ton, mich bei Artikeln für fremde Blogs doppelt anzustrengen!

Über den Autor

Bei Yeeply, dem ersten Online-Netzwerk für App-Developer, ist Julian Jänicke International Business Developer für den deutschen Markt. Auf yeeply.com können Visionäre den passenden Entwickler für mobile Anwendungen finden. Das von Yeeply entwickelte Online-Tool Was kostet eine App? bietet Interessierten eine erste Schätzung für die Entwicklungskosten von Mobile Apps.

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Ein Kommentar, sei der nächste!

  1. Hallo Julian!

    Das ist ja mal ein sehr spannender Artikel zum Thema Backlinks.
    Ich muss mich gerade selbst mit dieser Thematik beschäftigen.

    Auf der einen Seite, frage ich mich, wie ein neu gestarteter Blog gute Strategien für Backlinks und Traffic bekommt. Und auf der anderen Seite, wie dies ohne Trafficgier oder Missgunst erreichen werden kann, um ein reines und qualifiziertes Ranking zu erreichen.
    Ich bezweifle das dies wirklich passieren wird, wenn man nichts gutes im Schilde führt.

    Früher oder später wird ein solcher Miesepeter eh schnell entlarvt, denn guten Content – wie Du es sagst „Spezialwissen“ das produziert man nicht so eben im vorbeigehen.

    Im Grunde genommen, wenn ich Dich richtig verstanden habe, geht es darum, sehr guten Mehrwert als Tauschhandel für eine Verlinkung zur eigenen Seite anzubieten und gleichzeitig ein sympathischer Schreiberling zu bleiben!? 🙂

    Nach dem Motto, erfolgreich wird man nur durch andere.
    Ein Netzwerk, welches sich dadurch nährt, gute Inhalte zu verbreiten.
    Allerdings nur dann, wenn ich selber eine Sache mit Hingabe (vor)lebe und dadurch weitere Menschen inspiriere.

    Eine Frage Julian, muss man immer ein eigenes Thema mitbringen bzw. vorschlagen?
    Und wenn ja, woher weiß ich wann das Thema gut für den Seitenbetreiber ist?

    Danke schonmal für die Klasse Tipps, mach weiter so, Du inspirierst.

    Viele Liebe Grüße
    Robert

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